Aueralm – Fockenstein
Die Aueralm zählt am Tegernsee zu den beliebtesten Bergwanderzielen. Bei schönstem Wetter sollte man den Aufenthalt auf der Aueralm mindestens so lange zelebrieren, wie der Anstieg gedauert hat. Die Aussicht in frischer Bergluft entschädigt für manchen Schweißtropfen, der vorher beim letzten etwas steileren Anstieg das Hemd getränkt hat.
Wir fahren an den Tegernsee und geben in das Navi ein: Bad Wiessee, Söllbachstraße; dort folgen wir der Beschilderung zum Hotel Sonnenbichl. Am Hotel vorbei befindet sich rechter Hand der Wanderparkplatz. Wir schnüren gemeinsam mit anderen Wanderfreunden die Schuhe, setzen die Rücksäcke auf und nehmen den Weg zur Aueralm, den Neuhüttenalmen und dem Fockenstein in Angriff.
Immer der Beschilderung Aueralm folgend, kommen wir auf dem breiten Wanderweg -immer am Zeiselbach entlang- gut voran.
Während des ziemlich genau 1,5 stündigen Anstiegs erfreut das Rauschen und Plätschern des Wassers die Sinne. Es geht vorbei am Holzplatz, der Zeiselbacher Winterstube bis hin zu einer Schranke, die das etwas steile Stück markiert.
Dutzende kleine Rinnsaale und Bäche speisen, links und rechts aus dem Wald und über den Felsen kommend, gurgelnd und murmelnd den Zeiselbach. Immer weiter schlängelt sich der Weg die 450 Höhenmeter empor.
Wir treten aus dem Wald und erreichen kurze Zeit später auf 1268 die Aueralm. Überrascht sehen wir, wie viele sich schon vor uns auf den Weg gemacht haben und auf der Sonnenterrasse die Brotzeit mit herrlicher Aussicht genießen.
Der noch warme Kuchen lässt so manches Bergwandererherz höher schlagen. Das Angebot des Almwirts ist umfangreich und bietet neben Mehlspeisen auch saftigen Schweinsbraten mit Knödel oder verschiedene Suppen. Dem Wanderer mangelt es an nichts; es sein denn, er kommt am Montag, dann ist leider Ruhetag. Ansonsten ist die Aueralm fast das ganze Jahr über geöffnet.
Die Brotzeit kann aber getrost noch etwas warten, besteigen wir doch vorher noch in 45 Minuten den Fockensteingipfel auf 1564 m.
Unser Blick schweift über die oberbayerischen Alpengipfel ins Tölzer Land, die Inntaler Berg und nach Norden hin bis nach München.
Schon beim Anstieg erfreuen uns Bodenschneid, Wallberg, Setzberg, Hirschberg, Roß- und Buchstein sowie der Kampen.
Wem der Aufstieg zur Aueralm genügt, sollte unbedingt (ohne weitere Anstrengung) zu den Neuhüttenalmen wandern. Den Weg der Gelassenheit:
An einer Almhütte wehen -etwas irritierend- tibetanische Gebersfahnen.
Auf dem Rückweg zur Aueralm halten wir an einer kleinen Kapelle, die vom >Club alpiner Skiläufer< zum Gedenken an ihre im Ersten Weltkrieg gefallenen Mitglieder erbaut wurde.
Jetzt kehren wir noch einmal in der Aueralm ein oder steigen direkt zum Sonnenbichl-Parkplatz ab. Die steilere und rutschigere Variante führt über den Maximilianweg E 4 zum Skihang Sonnenbichl. Gefahrloser gehen wir den Aufstiegsweg in umgekehrter Richtung und erreichen den Wanderparkplatz in etwa einer Stunde.